18.05.10

GeoDok entwickelt Software für Standard-Untersuchungskonzept von Offshore Windparks

Offshore-Windpark Thornton Bank

© Hans Hillewaert, lizensiert unter cc by-sa

Offshore Erfassung von Meeressäugern und Zugvögeln, IBL Umweltplanung GmbH

© IBL Umweltplanung GmbH

Am 27. April 2010 ging Deutschlands erste Offshore Windkraftanlage Alpha Ventus ans Netz. Der Windpark befindet sich 45 Kilometer nordwestlich von Borkum in der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone. Die Nordsee ist hier etwa 30 Meter tief. 12 Windturbinen liefern Strom für rund 50.000 Haushalte.

Mit dem Pilotprojekt sollen vielfältige Erfahrungen und Erkenntnisse für den Bau und Betrieb zukünftiger Offshore Windparks gewonnen werden. Untersucht werden auch die Auswirkungen der Ramm- und Gründungsarbeiten auf die Tierwelt.

Das offene Meer und die Küstenbereiche bilden bedeutende und schützenswerte Lebensräume für zahlreiche Tierarten. Der Schutz dieser Lebensräume ist bei der Errichtung und während des Betriebs von Offshore Windkraftanlagen ein wichtiges Gebot. Daher muss im Genehmigungsverfahren für Offshore Windparks, das das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie (BSH) durchführt, die Umweltverträglichkeit geprüft werden. Teil dieses Genehmigungsverfahrens ist das Standarduntersuchungskonzept.

Eine der beauftragten Firmen, die zur Zeit faunistische Erfassungen nach den Standards zur Untersuchung der Auswirkungen von Offshore Windenergieanlagen auf die Meeresumwelt (StUK3) durchführen, ist die IBL Umweltplanung GmbH aus Oldenburg. Von Schiffen aus erfassen Wissenschaftler die Rast- und Zugvögel sowie Meeressäuger in neuen Planungsgebieten. Auf den Forschungsfahrten herrschen teilweise raue Bedingungen – Wellengang, Wind und Gischt erschweren den Ornithologen die Arbeit.

Um die Kartierungsarbeiten auf hoher See zu erleichtern, hat die GeoDok GmbH gemeinsam mit den Wissenschaftlern aus Oldenburg eine Erfassungssoftware entwickelt, die eine qualifizierte und effiziente Datenerhebung ermöglicht.

Im Vordergrund stehen Eingabeformulare, die durch einen hohen Automatisierungsgrad und effektive Plausibilitätskontrollen gekennzeichnet sind. Von besonderer Bedeutung ist der spätere Datenabgleich der dezentral und auf verschiedenen Plattformen erhobenen Funddaten. In einer Masterdatenbank werden die Ergebnisse auf Stimmigkeit und Kongruenz geprüft.

Ein wichtiger Baustein der Software ist eine Ausgaberoutine, mit der die Daten nach Abschluss der Untersuchungen an das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie übermittelt werden, wo die Ergebnisse der Untersuchungen zentral gesammelt und analysiert werden.

Die Fundorte selbst werden von digitalen Karten abgegriffen und automatisch in die Datenbank übertragen. Als Basissoftware für die Kartendarstellung kommen GPS und ArcGIS zum Einsatz. Eine zentrale Rolle spielt ArcGIS auch bei diversen Auswertungsverfahren, so z. B. bei Funddichteberechnungen oder Zeitreihenvergleichen.

Die GeoDok GmbH zeigt in diesem Projekt erneut ihre Stärken bei der Datenbank-GIS-Applikationsentwicklung und bei der Integration in komplexe Workflows.

Bei Interesse an unseren Lösungen können Sie mit uns Kontakt aufnehmen oder sich an unseren Partner GIS-Plan-Service in Oldenburg wenden.