01.07.09

GI-X - Grenzüberschreitendes Gewerbeflächenportal für die euregio rhein-maas-nord

Welches Unternehmen aus der niederländischen Provinz Limburg weiß, wo und zu welchen Konditionen Gewerbeflächen in der benachbarten Region Mittlerer Niederrhein zur Verfügung stehen? Wo ist der Wirtschaftsförderer oder Planer vom Niederrhein, der von sich behaupten kann, in Sachen Gewerbeflächen auch im limburgischen Raum den Durchblick zu haben? Derartige Einsichten waren bislang nicht oder nur teilweise möglich; doch das wird sich Dank grenzüberschreitender internetbasierter Geoinformationen ab sofort grundlegend ändern!

Ziel des X-border-GDI-Projektes „GI-X – Grenzüberschreitendes Gewerbeflächenportal für die euregio rhein-maas-nord“ ist es, das erste (!) GIS-basierte grenzüberschreitende Gewerbeflächen-Informationssystem im gesamten deutsch-niederländischen Grenzraum zu schaffen sowie dauerhaft zu etablieren. Mit der Entwicklung und Verwirklichung dieses neuen Wirtschaftsförderungs- und Planungsinstrumentes hatten die niederländische Provinz Limburg und die Bezirksregierung Düsseldorf ein Konsortium, bestehend aus den Gutachtern der AGIT (Aachen) und dem Geoinformatik Unternehmen GeoDok (Bielefeld), betraut.

Aktuelle grenzüberschreitende Gewerbeflächeninformationen werden durch GI-X über ein harmonisiertes Datenmodell vergleichbar und mittels eines GIS-basierten Webportals für verschiedenste öffentliche sowie private Nutzer grenzübergreifend verfügbar gemacht. Das neue System ermöglicht zudem eine kontinuierliche dezentrale Online-Pflege, dezentrale Datenhaltung („Data-at-the-source“-Konzept) und integriert vorhandene Web-GIS-Anwendungen und OGC-Standards. Auf der Basis modernster Webtechnologien wurde eine skalier- und erweiterbare Softwareplattform geschaffen. Die Graphik verdeutlicht in schematischer Form das umfassende technische Lösungskonzept.

GI-X Industrial Areas Portal mit vernetzter Serverlandschaft

Die Vorteile für Politik, Verwaltung und Wirtschaft beiderseits der Grenzen liegen auf der Hand: Die bisherigen Informationslücken werden abgebaut, indem harmonisierte, d. h. vergleichbare Gewerbeflächeninformationen tagesaktuell und parzellenscharf bereitgestellt werden. Damit wird nicht nur echte grenzüberschreitende Transparenz geschaffen; auch die unternehmerische Ansiedlungswerbung und die Bestandspflege wird verbessert. Zudem kann das Standortmarketing in Zukunft stärker euregional betrieben werden. Und last but not least werden die regionale und kommunale Planung (Siedlungsflächen-Monitoring, Gewerbeflächenausweisung) sowie die politische Entscheidungsvorbereitung optimiert!

Das neue Portal wurde unter breiter Beteiligung der relevanten Einrichtungen in der euregio rhein-maas-nord entwickelt: Allen voran sind die relevanten nordrhein-westfälischen und limburgischen Gemeinden in den Erarbeitungsprozess einbezogen worden. Darüber hinaus waren die Kreise mit Ihren GIS-Koordinatoren und Wirtschaftsförderungseinrichtungen, das LDS NRW, die kommunalen Rechenzentren, die Provinz Limburg und die Bezirksregierung Düsseldorf eng beteiligt.

Regionalisierte Varianten der Webanwendung für die Provinz Limburg...

...und die Bezirksregierung Düsseldorf

Das Projekt und die Softwarelösung haben Signal- und Vorbildwirkung für die übrigen niederländisch/nordrhein-westfälischen Grenzregionen und weit darüber heinaus, vor allem wenn es um Fragen einer noch stärkeren wirtschaftlichen und raumstrukturellen Integration geht. Nachdem die Aufbauphase in der zweiten Hälfte des Jahres 2008 endet, geht es nunmehr darum, die Datenbasis zu komplettieren, die mitwirkenden Gemeinden in der Anwendung des neuen Instruments zu schulen, weitere Gemeinden einzubeziehen und das neue Portal grenzüberschreitend bekannt zu machen!